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Essen auf der Strasse

Essen auf der Strasse

Was für eine Nacht! Unser Zimmerchen hat nur ein Fenster zum engen Innenhof. So sind die Häuser hier in Granada eben. Also quasi ohne Fenster, ohne Frischluft haben wir die Nacht im Dunkeln verbracht und dabei geschwitzt wie die Finnen in der Sauna. Wir wollen umziehen!

Mal wieder gestärkt vom ordentlichen Desayuno Nica (in der Cafetina Claudia gibts das Frühstück für 80 C$, der Kaffee kostete 20 C$), dem typischen Nica Frühstück, streifen wir erneut durch Granada. Und wir schauen uns die Hostels an, die auf dem Weg liegen. Wir denken, das es ja nicht schlimmer sein kann, als unsere Unterkunft. Weit gefehlt. Oft machen wir direkt im Eingang wieder kehrt.

Nur bei einem nicht. Dem „De Boca en Boca“. Das Hostel von einem jungen französischen Pärchen. Wir setzen uns. Ein toller Innenhof. Hängematten. Eine Lounge-Ecke. Eine Dachterrasse. Eine Bar. Eine herrlich entspannte Atmosphäre umströmt uns. Ein Sprachenwirrwarr. Backpacker überall. Aussteiger. Weltenbummler. Jung und alt. Wir trinken Kaffee. Bekommen gratis Wifi. Tauschen nette Worte mit den Angestellten aus. Es wird viel gelächelt.

Granada De Boca En Boca 3

Wir fühlen uns wohl. Hier möchten wir gern die nächsten Tage verbringen. Und dann fragen wir einfach. Wir fragen nach einer Bleibe. Und wir haben Glück. Am nächsten Tag wird ein Zimmer frei. Eigenes Bad oder nicht, ist uns erstmal egal. Wir zögern nicht. Wir schlagen zu. 22$ die Nacht. Kaffee for free. Den ganzen Tag. Frühstück und Wifi sind auch dabei. Küchennutzung inklusive. Die Lage perfekt. Wir freuen uns. Wir sind zufrieden.

Und mit dieser Zufriedenheit im Gesicht, im Bauch, ziehen wir wieder los. Noch mal auf den Markt. In den Pali. Und schließlich für einen Drink in unsere „Stammbar“. 2 for 1. Zwei Mojitos. Wie immer. Für 50C$. Happy Day. 😉

Anders als üblich, trinken wir noch einen zweiten Mojito. Warum auch nicht? Viele Leute ziehen wieder durch die Calle La Calzida. Flanieren auf der Suche nach einem guten Angebot für den Abend von links nach rechts und von rechts nach links. Zwei von ihnen bleiben stehen. Sie schauen uns an. Kennen wir uns? Ja. Die beiden Berliner waren auch Gäste im El Belga Loco in Las Peñitas. Die Welt ist klein. Ein Dorf. Sie nehmen Platz. Noch ein Mojito. Für alle. Warum auch nicht! Es ist nett. Wir unterhalten uns gut.

Etwas angetüdelt beschließen wir schließlich, zusammen noch etwas essen zu gehen. Nadine hat auf Tripadvisor schon etwas ausgewählt. 10-15 Minuten zu Fuß. Durch das dunkel gewordene Granada. Block um Block entfernen wir uns vom touristischen Trubel. Block um Block nähern wir uns dem empfohlenen Restaurant. Es geht durch eine Wohnsiedlung. Etwas zögerlicher tasten wir uns ans Ziel heran. Doch das ist leider schon sehr voll. Wir müssen mit Wartezeit rechnen. Mindestens eine Stunde. Viel zu viel für uns. Wir haben doch Hunger. Außerdem ist es teurer als gedacht. Unter 200 C$ pro Person kommen wir hier nicht raus. Und nun?

Granada Street Food

Granada Street Food Grill

Zurück zu dem Straßenstand, an dem wir vorbeigekommen sind. Da roch es doch schon so gut. Nach Pollo – Hühnchen! Eine kleine Schlange davor gibt uns Sicherheit. Sicherheit, dass das Essen gut ist. Lebensmittelvergiftung? Befürchten wir nicht. Wir bestellen und genießen das Spektakel am Grill und davor – gefühlt ist er Anlaufpunkt für die halbe Stadt. Und wir genießen unser Mahl in vollen Zügen.

Es gibt in Bananenblätter eingewickelte Tajada, gegrillte Banane und Huhn mit sauer eingelegtem Salat. Serviert in einer Plastiktüte. Für nur 100 C$ pro Person. Gegessen wird auf dem Bordstein. Mit den Fingern. Eine köstliche Sauerei. Super gewürzt und ordentlich viel.

Wir verabschieden uns von den beiden Berlinern. Mehr als satt und sehr zufrieden ziehen wir zurück. Zurück ins Kellerloch. Aber nur für eine Nacht. Denn morgen ziehen wir um.



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