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Po oh, Popo yo, Popoyo

Po oh, Popo yo, Popoyo

Unser Aufenthalt auf Ometepe war kurz. Aber intensiv. Die Nachwirkungen der Radtour sind noch spürbar. Hinten. Blöde Sattel. Passenderweise geht es heute wieder zurück auf’s Festland. An die Westküste. Nach Popoyo.

Also eigentlich nach Guasacate. Aber das ist irgendwie ein Teil von Popoyo. Das sorgt hin und wieder auch mal für Verwirrung bei Reisenden. Aber nicht bei uns. Wie immer sind wir vorbereitet.

Nach einem abermals leckeren Frühstück am Hafen begeben wir uns zum Ticketschalter der Fähre. Wir sind die ersten. Dann machen wir mal eine Schlange zum Anstellen auf. Typisch deutsch. 😀

Und diesmal checken wir alles dreimal. Nur kein Lancha heute. Bitte. „Why? Bad experiences?“ Kann man so sagen. Ja. Aber wir haben Glück. Die Abfahrtzeit und der Preis von 50C$ lassen hoffen. Wir werden mit einer Fähre fahren. Mit einer richtigen. Mit einer Autofähre.

Ometepe Vulkan Conception Fähre

Die Überfahrt ist dann tatsächlich deutlich entspannter. Nur ab und an schaukelt auch dieses Boot. Nicht weiter schlimm. Wir können die Überfahrt fast genießen. Auf dem Sonnendeck. Wo sonst. 😉

Die Taxi-Fahrt nach Rivas im offiziellen Taxi für 30C$ und die Weiterfahrt im Chicken Bus für gerade mal 35C$ nach Popoyo verlaufen fast unspektakulär. Wir alten Chicken Bus Hasen. 😀 Aber eben nur fast.

Hier in Nicaragua transportieren die Busse ja nicht nur Menschen. Es gibt scheinbar fast nichts, was nicht mit dem Bus mitfahren darf. Angefangen von Einkäufen über kleine Tiere bis hin zu großem, schweren Baumaterial. Einfach alles, was rein oder rauf passt. Außerdem wird die regelmäßige Verbindung auch oft als Paketdienst genutzt. Lieferung bis fast an die Haustür.

Doch irgendwas geht diesmal wohl schief. Denn ca. 5-10 Minuten nach der letzten Paketzustellung stoppt der Bus auf offener Straße. Warum wissen wir auch noch nicht. Und dann geht es weiter. Aber etwas ist anders. Wir fahren rückwärts. Ziemlich gekonnt manövriert der Fahrer unseren Schulbus kilometerweit im Rückwärtsgang über die steinige und kurvige Piste. In Nicaragua geht auch sowas.

Verwunderung bei allen Reisenden. Und dann wieder ein Stopp. Beutel und Tüten werden ausgetauscht. Aha. Also eine Fehlzustellung. Grad noch rechtzeitig gemerkt. Na dann kann’s ja wieder weiter gehen. In gewohnter Richtung. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! 😀

Mittlerweile sind wir in gutem Kontakt zur Bordbesatzung, die meist aus 2-3 Menschen besteht. Wir wollen ja unseren Absprungpunkt nicht verpassen. Easy. Offensichtlich sind die Jungs schon darauf eingestellt. Und dann halten wir. Irgendwo in der Pampa. An einer Kreuzung. Der Abzweigung nach Guasacate. Toll. Da steht sogar schon ein Minibus bereit. Die Rucksäcke aufs Dach und wir rein? Nö. Wir sollen uns quasi in die offene Seitentür hängen oder stellen. Äh. Nein. Rucksäcke wieder runter vom Dach. Der Bus fährt. Und dann stehen wir da. Auch das geht in Nicaragua.

Recht entspannt stellen wir uns an die Abzweigung, die vermutlich zum Ziel führt und warten kaum fünf Minuten. Ein Auto hält. Scheinbar ein Taxi. Ein Deutscher an Bord. Der hat sich direkt von Rivas fahren lassen. Er hat den Bus nicht geschafft. Wir springen nach kurzer Verhandlung über den Preis von 100C$ ins Auto und legen die letzten 6km mal nicht zu Fuß zurück.

Am Ziel angekommen, staunen wir nicht schlecht. Die Fahrtkosten hatten sich in nicht mal 10 Minuten auf 150C$ erhöht. WTF? Aber wir bleiben hart und gehen. Ins Nichts. Denn Guasacate ist noch kleiner, abgelegener und ausgestorbener als Las Peñitas. Oha.

In unserer Unterkunft, dem Red Pepper, staunen wir dann wieder. Denn wir sind nicht vollzählig. Beim Durchzählen fällt auf, dass Nadines FlipFlops den Weg nicht geschafft haben. Sie sind jetzt woanders. Sind irgendwo aus den Seitentaschen des großen Rucksacks entwendet worden. Und Nadine ist traurig. Denn die Havaianas waren sehr schön. Und sehr neu. Und nun hat Nadine nur noch ein Paar. 🙁 Tschüss ihr Havaianas. Hoffentlich habt ihr ein schönes neues Zuhause…

Guayabate Popoyo Sonnenuntergang



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